• WERK 2 präsentiert:

    Industrial, Pop

    I Am In Love „The Broken Tour“ + Berlin Syndrome

    Foto: Matthias Sasse

    I Am In Love „The Broken Tour“

    Man muss die Engländer schon für diesen Ausdruck beneiden: „to be in love“ - im Deutschen ist man nur verliebt, aber nicht mitten drin in der Liebe. Das Nord-Londoner Quartett „I Am In Love“ sagt es: Ihre Songs befinden sich mitten drin im großen Gefühlschaos der Liebe und des Lebens. 2011 erschien ihr das Debütalbum „Of Regard And Affection“, eine Sammlung düsterer Popsongs, ausgestattet mit hypnotischen Synthieflächen und epischen Ausflügen. Vergleiche mit Joy Division, New Order und M83 kamen nach dem Debüt auf. 2013 erschien der Nachfolger „Raw Heart“. Singles wie "Call Me an Animal", "Palm" und "I Want You" hatten Airplay auf BBC 6 Music, BBC Radio One, FM4 und Flux FM. Die Band spielte nicht nur über 150 Club Shows in Großbritannien und auf dem europäischen Festland, sondern auch auf großen Festivals wie dem Kendal Calling, Y Not Festival und Bochum Total. I Am In Love teilten die Bühne mit Savages, Phantogram sowie Basement Jaxx, Ellie Goulding, Example u.v.m

    2015 kündigten I Am In Love dann das Ende der Band an. Schluss, aus, vorbei, für immer, hieß es. Seiten- und Soloprojekte gab es natürlich weiterhin, wenn auch nicht gemeinsam als Band. 2018 fanden die Freunde, die sich schon aus Schulzeiten kennen, nach vier Jahren doch wieder zueinander. "Als wir aufhörten, glaubten wir, dass wir nicht wieder zusammen spielen können", sagt Leadsänger Sebastian Twigden. "Wir waren immer noch Freunde, aber die Energie und Leidenschaft, die nötig sind, um weiterzumachen, waren verschwunden. Jetzt sind wir zurück, mit einer Menge Liebe und Energie und können es nicht erwarten, wieder auf Tour zu gehen und Shows zu spielen.“

    Mit im Reunion-Gepäck hat die Band zwei neue Singles: „Broken“ wurde Juli 2018 auf VelocitySounds Rec. veröffentlicht, „Principality" wird im Herbst 2018 folgen. Bei den beiden neuen Singles orientierten sich IAIL musikalisch weiter an ihren Vorbildern David Byrne (Talking Heads), David Bowie, The Smith, Joy Division und anderen Bands aus dem New Wave- und Post Punk Umfeld und schlagen die Brücke zu zeitgenössischen Acts wie TuNe-Yards, Zola Jesus und Fever Ray (The Knife).

    Auf der„Broken-Tour"erwarten das Publikum neben den bekannten Hits aus den beiden Alben„Of Regard and Affection"(2011) und „Raw Heart" (2013) brandneue Tracks – erwachsener, aber nicht minder energiegeladen. Beide Alben wurden auf dem Leipzig Indie Label VelocitySounds Rec. (u.a. Berlin Syndrome, Empire Escape) veröffentlicht.


    Special Guest: Berlin Syndrome

    Sounds like The XX, Joy Division and The National had a bastard-child.

    Ein Griff in die Referenzkiste bringt The XX und Foals hervor, eine Prise Editors, ein bisschen Joy Division. Dennoch ein eigener Sound „von dunkler, dezenter Eleganz mit subtil kitzelnden Melodien und dem Zeug zu bedrückender Schönheit. Gemalt in Schwarz und Grau, mit ein wenig Weiß als Kontrastmittel.“ sagt die Presse, in Person Henning Lühr (DATEs). Man hört, dass da ein Engländer mitmischt, und man hört auch, dass sich die Band noch selbst entdeckt.

    Wie immer ist aber das, was unterwegs passiert, spannender als die Ankunft am Ziel. Und was soll das mit dem Bandnamen? Was ist dieses Berlin Syndrome? Auf Anhieb fallen mir unzählige mögliche Antworten ein, die plausibelste liefert aber die Band selbst. Das London Großbritanniens, das New York Amerikas, das Barcelona Spaniens. Und eben das Berlin Deutschlands. Das Paradies und die Hölle am gleichen Ort. Ein Ort voller Geheimnisse und Anziehungskraft, die Fluch und Segen zugleich sind. Ein Hin-und-her-Gerissen-Sein, ein ewiger Kampf. Und dann wird mir klar, dass es einen besseren Bandnamen für diese Musik nicht hätte geben können. Das Duell mit dem heuchlerischen falschen Zauber, hin und wieder ein Schimmer Hoffnung. Ich höre gespannt zu, wer als Gewinner hervorgehen wird und bin gespannt wie das kommende Album die Rivalitäten und Auseinandersetzungen Berlins musikalisch transportieren wird.

    Halle D, Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20:30 Uhr, VVK: 13,10 €