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    Rock, New Wave

    PANKOW – 40 Jahre live

    Foto: Torsten Murr

    40 Jahre PANKOW
    Jürgen Ehle * Andre´ Herzberg * Stefan Dohanetz * Kulle Dziuk * Andre´ Drechsler

    1981 trafen sich 5 Musiker, um den ostdeutschen Kulturbetrieb aufzumischen. Alle hatten schon in gestandenen Bands gespielt und verfügten über reichlich musikalische Erfahrung. Da man in (Ost) Berlin ansässig war, nannte man sich nach einem Stadtbezirk und ehemaligen Regierungssitz und spielte mit dem Begriff Punk.

    Was die Band von Anfang an einigte, war gute, gitarrenlastige Rockmusik mit deutschen Texten zu spielen. So entstanden bis heute 11 Alben, man wandte sich immer wieder theatralischen Stoffen und Mitteln zu, um zu schärferen Aussagen zu kommen, Live-Präsenz war neben guten Liedern das Entscheidende, die Show vor und mit dem Publikum. Eine Band, die auf dem Dorfsaal, genauso wie im Club, in Hallen oder Stadien bestand und besteht.
    So ist es bis heute: Ab November geht PANKOW auf Jubiläumstour. Die Tournee mündet am 12. Dezember in ein Konzert in der Heimatstadt der Band, bei dem in den eigentlichen Geburtstag hineingefeiert wird. Am 13. Dezember wird dann an gleicher Stelle der Bandgeburtstag gefeiert und die Tournee findet Ihr Ende.

    PANKOW war immer die Stimme, die Befindlichkeiten von Leuten widerspiegelte, die es irgendwie nicht geschafft haben, die sich nicht anpassen können, die mit ihrem Leben hadern, mal rotzig, mall zärtlich, mal ironisch, mal traurig.
    PANKOW war und ist immer emotional.

    Aus dem kommenden Buch:
    Keine Stars, mein Leben mit PANKOW
    Von André Herzberg

    Ich gehe meinen täglichen Weg zum Einkaufen. Und, machste noch Musik? Gibt’s PANKOW noch? fragt eine Stimme. Ich lächele und denke daran, wie es sein wird, wenn wir uns demnächst wieder mal auf unsere Tour begeben, genauer Rutsche durch die üblichen, vertrauten Orte, wenn wir uns vorher zum Proben, einpacken und losfahren versammeln, fühlt es sich so an, als ob wir unser altes Auto PANKOW unter der Plane hervorholen, was lange in der Garage gestanden hat.

    Am Anfang sieht es noch ein bisschen staubig aus, hier und da huscht ein Spinnlein weg, eine tote Fliege fällt lautlos herunter, aber darunter kommt die Schönheit des Wagens hervor, er sieht vor meinen Augen rot und weiß aus, klar, die Sitze sind aus rotem Leder, man kann das Verdeck runter klappen, breit und amerikanisch, wie unsere Musik. Wenn man die Haube hochhebt, kann man sich am Motor allein ergötzen, er ist in V Form und röhrt, aber er kann auch zärtlich, leise vor sich hin puckern, die Teile sind Messing, Stahl, sauber und frisch geölt.

    Kulle schlummert nach dem Einsitzen ein, Jürgen und ich sitzen vorn, Stefan sitzt hinten, aber er ist immer aufmerksam, von Anfang an, er hat alles unsichtbar im Griff, seit den Neunzigern macht er unsere Finanzen, wo es noch rau zuging, er vor dem Gig in das Büro vom Clubchef marschierte und herauskam, mit den kleinen, abgezählten Scheinen in seinem Portemonnaie, was zu einem dicken Päckchen angewachsen war, vorn, fest an seinem Gürtel, mit dem er dann die ganze Zeit des Konzerts hinderlich am Schlagzeug saß, während wir spielten. In dieser Zeit waren einige nette Chefs plötzlich durchgebrannt mit unserer Gage. Wir drücken mal mehr, mal weniger aufs Pedal. Je nach unserer Lust und Laune kommen die Geräusche vom Motor. Kulle ist längst wieder wach und wir fahren durch unsere Lieder, die sich immer wieder verändern, wie die Landschaft, obwohl wir sie schon so lange kennen. Aber gerade das macht uns Spaß. Vor allen Dingen ist es der Wagen selber, woran wir die größte Freude haben. Wir haben ihm im Laufe der Zeit immer wieder neue Teile zugefügt. Manchmal habe ich sogar den Eindruck, er wäre noch besser geworden, im Laufe der Jahre, aber vielleicht sind wir auch nur vertrauter mit ihm.

    Auf jeden Fall werden wir uns am Schluss der Fahrt anlächeln und sagen, bis zum nächsten Mal.

    Halle D, Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr, VVK: 35,20€