• Jugendjazzorchester Sachsen & WERK 2 präsentieren:

    Jazz

    Jugend-Jazzorchester Sachsen trifft Theresia Philipp

    Foto: Angelika Luft

    Foto: Lukas Diller

    »Inzwischenzeiten«

    Berthold Brecht hat das Wort inzwischenzeit oder Inzwischenzeit für seine Exilzeit benutzt. Die junge Kölner Saxofonistin Theresia Philipp hat sowohl persönlich als auch gesellschaftlich das Gefühl, dass wir uns in einer Inzwischenzeit, zwischen zwei »Epochen«, befinden und fragt sich, ob die Lockdownzeit der vergangenen zwei Jahre so eine Art gesellschaftliches Exil bedeutet? In ihrem Big Band Programm hat sie ganz bewusst und auch unbewusst die Einflüsse, die die Pandemie für uns Kulturschaffende aber auch für sie persönlich hatte und noch hat, verarbeitet und einfließen lassen. Und da alle viel allein waren und sind, ist das »für Big Band schreiben« besonders spannend. Nach den vielen Solo und Duoprogrammen ist das Schreiben für Big Band eine große Sehnsucht aber auch Überwindung. Sie setzt z.B. Stücke, die sie ursprünglich für Trio oder Quartett geschrieben hat, nun in den Big Band Kontext. Ein Wunsch nach größerem Miteinander, auch in der Musik. Außerdem fühlt sich Theresia Philipp musikalisch auch oft in einer eher »Dazwischenzeit«. Ein zwischen den Stühlen stehen: zwischen improvisierter oder auch experimenteller Musik und moderner Big Band Musik, zwischen Jazz und Neuer Musik, zwischen Improvisationsmusikerin und Komponistin. Es ist eher ein Tauziehen, das Kräfte freisetzt als reine Zerrissenheit.

    Die junge Musikerin Theresia Philipp, die sächsische Wurzeln in Pulsnitz und Dresden hat und lange auch Mitglied im JJO Sachsen war kommt nun als künstlerische Leiterin zurück an Orte in Sachsen, wo ihre musikalische Ausbildung begann. Und sie kann den Mitglieder der Bigband erzählen, welche Wege sie eingeschlagen hat, was sie geprägt hat. Spannende Begegnungen und herausfordernder Austausch mit einer Frau an der Spitze des JJO Sachsen stehen im Sommer 2022 bevor!

    Das JUGEND-JAZZORCHESTER SACHSEN ist eine Big Band vom Feinsten. Das Ensemble, dessen Bühnenbesetzung nicht mehr als 20 Musiker umfasst, besteht in immer wechselnden Besetzungen seit 1993 und begeisterte seit seiner Gründung sowohl regionales Publikum als auch Jazzliebhaber in Kanada, Griechenland, Indien, Ungarn, Israel und wo die zahlreichen Konzertreisen noch hinführten. Dabei befindet sich auch die künstlerische Leitung im ständigen Wechsel, um den jungen Musikern im Alter zwischen 18 und 26 Jahren möglichst vielfältige Impulse zu geben. So dirigierten schon Jazzgrößen wie Ed Partyka (Schweiz/USA), Malte Schiller, Jan Schreiner, Janis Steprans (Kanada), Milan Svoboda (Tschechien), Jürgen Friedrich, Carla Bley (USA), Joe Sullivan (Kanada), Rolf von Nordenskjöld, Marko Lackner, Al Porcino, Thomas Zoller und Ansgar Striepens die Band. Das übergeordnete Motto ist dabei immer „Think Jazz! Feel Jazz! Be Jazz!“

    Halle D, Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr, VVK: 12,10 €/ermäßigt 9,50 €
    Die Veranstaltung ist bestuhlt. Freie Platzwahl.